Glessener Kunsttage 2018

Kreative präsentieren ihre Werke – Modenschauen, Musik und Verlosung

Die Besucher der Glessener Kunsttage am 6. und 7. Oktober von 11 – 18 Uhr erwartet ein abwechslungsreiches Programm: Auf Einladung der Künstlergruppe Art of 5 stellen Kreative aus der Nachbarschaft ihre Werke an unterschiedlichen Stationen im Dorf aus. Neben Malerei, Skulpturen, Textil- und Objektkunst, Fotografie, Taschen und Schmuck locken täglich eine Modenschau, Musik und eine Tombola zum 10jährigen Jubiläum der Glessener Malschule. Es lohnt sich, überall vorbeizuschauen und über eine Laufkarte Stempel zu sammeln – unter den Teilnehmern werden am Ende verschiedene Kunstobjekte verlost. Pinke Stühle weisen den Weg und laden zum Verweilen ein – die Farbe ist das Markenzeichen von Art of 5.

 

Nachlese zu den Glessener Kunsttagen am 6. & 7. Oktober 2018 mit Fotogalerie

 

Art of 5 – das sind ursprünglich fünf Künstler aus Glessen, Fliesteden und Hürth, die alle zwei Jahre ihre Ateliers zu den „Kunsttagen“ öffnen. Das vierköpfige Orga-Team aus Marie-Thérése Breyer, Robert Budka, Ulrike Klerx und Ursula Schmelzer hatte den Aufruf zum Mitmachen diesmal bewusst an alle Glessener Kreativen gerichtet. „Wir wollten uns nicht anmaßen zu beurteilen, was Kunst ist und was nicht, das soll jeder für sich entscheiden“, erklärt Ulrike Klerx. Das offene Konzept ging auf: 23 Aussteller meldeten sich an, die die unterschiedlichsten Gewerke beisteuern – Gemälde, Fotos, Schmuck, Skulpturen, Genähtes.

Glessener Kunsttage
Samstag, 6. Oktober 2018, und Sonntag, 7. Oktober 2018, von 11-18 Uhr

Der Katalog und ein Flyer mit allen Standorten liegen in Glessener Geschäften aus oder stehen zum Download bereit: www.artof5.de  

 

Spielraum für Interpretationen

Robert Budka wollte zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn Fotograf werden, zog aber dann das Betriebswirtschaftsstudium vor und kam dennoch von der Kamera nicht los: Er fotografierte Architektur, Landschaften und Objekte, die als solches nicht direkt erkennbar waren – irreale Composings. „Meine Bilder müssen Spielraum für Interpretationen haben“, meint er. Auch Jürgen Libertus ist ein „Spätberufener“ – die Kamera ist für ihn das Fenster zur Welt: „Meine Schwerpunkte liegen bisher auf der Reise-, Landschafts- und Tierfotografie, ich lasse mich aber gern von anderen Motiven inspirieren.“ Profi- und Eventfotograf Uwe Hoffmann („Kreative Megapixel“) setzt Mensch und Tier perfekt in Szene und bietet während der Kunsttage auch ein Portrait- oder Familienshooting im Innenhof Im Selch 5 an. Natur- und Agrarmotive sind das Steckenpferd der Grafikerin Carolin Hohmann. Michael Zöphel aus Bedburg malt Räume und Landschaften mit Licht: „Lightpaintings entstehen meistens in der Nacht (oder dunklen Räumen) mit einer Kamera mit Langzeitbelichtung und LED-Leuchtmitteln.“

Seit ihrer Begegnung mit dem Künstler Arno Mester hat es Ulrike Klerx der Werkstoff Beton angetan. In einer dünnen Schicht auf einen handbearbeiteten Styroporkern aufgetragen, wird das eigentlich grobe und schwere Material in den Händen der gelernten Textilingenieurin federleicht. Ihre handgefertigten „Zartbeton“-Unikate messen mal nur wenige Zentimeter, mal zwei Meter, stehen, hängen, liegen und können sogar schwimmen. Ursula Schmelzer aus Hürth experimentiert in ihrem „Farbgewand-Atelier“ mit verschiedenen Techniken, Farben, Materialien und Gegenständen. „Vermeintlich Altes und Nutzloses sind für mich wahre Schätze. So entstehen immer wieder neue Werke, in denen die Alltagsdinge zu einem zweiten, anderen Leben erweckt werden.“

Auch in Verbindung mit Sand, Marmormehl und vielen anderen Materialien lassen sich die unterschiedlichsten Stimmungen und Situationen zum Ausdruck bringen. „Ob in Öl, Acryl, Aquarell, ob naturalistisch oder experimentell finde ich es ungeheuer spannend zu erleben, wie sich ein Bild entwickelt und verwirklicht“, so die Malerin Gisela Müller. Gesammelte Fundstücke und Fotografien sind der Ausgangspunkt für die collagierten Bilder der Elsdorferin Monika Schlack. In einem „kontrollierten Zufallsprozess“ entstehen neue Welten, die Vergänglichkeit spiegeln. Aus Neuss kommt Ulrike Fürstenwerth nach Glessen, die seit über 30 Jahren Skulpturen, Gebrauchskeramik oder Fantasieobjekte aus bunt glasiertem Ton herstellt. Grundschullehrerin Marion Beuth erbte die Liebe zur Malerei von ihrer Großmutter, einer bekannten Künstlerin aus dem Vorgebirge. Mit gleich drei Generationen sind Steinmetz Horst Weichselbaumer, seine Tochter Alexandra (Acrylmalerei) und Enkelin Charlotte Stanyschöfsky (Fotografie) vertreten.

Die gebürtige Niederländerin Marie-Thérèse Breyer malt schon seit Kindertagen. Die ersten Zeichnungen entstanden mit Kohle, Kreide, Tusche und Buntstiften. Um ihr Talent weiter zu vervollständigen besuchte sie verschiedene Seminare und Workshops und absolvierte ein Studium in Ölmalerei. Das eigene Atelier in der Hohe Straße 43-45 war „ein Glücksfall“, da es durch Tageslicht von oben ideale Lichtverhältnisse zum Malen und Werken bot. 2008 gründete sie hier ihre Malschule. „Ich bin immer wieder stolz darauf, Kindern und Erwachsenen den Blick für die Kunst zu öffnen, ihnen theoretische und praktische Kenntnisse zu vermitteln.“ Anfänger und Fortgeschrittene lernen in Kreativkursen Lasur-, Spachtel- und Spritztechnik bis hin zum fertigen Bild. Neben Themenworkshops und Schnupperkursen hat sich auch das „Kunst(früh)stück“ etabliert, bei dem in lockerer Runde bekannte und weniger bekannte Künstlerlinnen vorgestellt werden.

Tragbare Kunst

Lydia Stüpp

Edle Stoffe und Spitzen, funkelnde Steine, echte Federn und exklusive Materialien verwandelt Claudia Bethscheider zu fantasievollen Hutkreationen und Kopfbedeckungen wie aus dem Märchen. Edelmodedesignerin und Kostümbildnerin Lydia Stüpp gestaltet aufwändige Themenkostüme aus Materialien, die scheinbar nicht zusammenpassen – wirkungsvoll zusammengesetzt aus Stoffstreifen, Autofolie, frischem Gras, Tüll und Pelz. Ursula Finger fertigt Taschen aus Leinen oder Canvas, verziert mit Stoffresten, ausgedienten Jeans, Wachs und Seidenbändern, Perlen und Halbedelsteinen. „Jede Tasche ist ein Einzelstück, die Schnitte und Motive entspringen ausschließlich meiner Fantasie.“ Im „Ideenreich“ von Anja Roßkopf Im Sommerhausfeld 22 findet sich Schmuck und anderes Schöne. Nach einigen beruflichen Abstechern lebte die gebürtige Kölnerin ihre kreative Ader zunächst in der Malerei und der Holzverarbeitung aus. „Die Lust und Herausforderung, im Dialog mit interessanten Menschen individuelle Schmuckstücke zu entwickeln und umzusetzen, haben auch nach zehn Jahren nichts von ihrem Reiz verloren“, gesteht sie.

Bunt und dekorativ wird es bei „Stoffifee“ Elke Meier mit Kölner-Dom-Kissen, Narrenkappen, Utensilos, Leseknochen, Buchhüllen und Beuteln, Strandtaschen oder Tischläufern. Doris Kayser bemalt seit rund 20 Jahren Porzellan für den täglichen Gebrauch oder zum Verschenken. „Auch wenn ich kein Meister bin, das kreative Hobby ist aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken.“ Heike Stumm fand auf einer Kreuzfahrt zur Aquarell-Malerei, viele kleine Kunstwerke sind seitdem entstanden. Martina Huppertz hat erst vor kurzem ihre Liebe zum Malen wiederentdeckt und will die Kunsttage nutzen, ihre Werke erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren. Juliane Johanna Bittel inspirierte die tägliche Kaffeepause und druckte ihre Werke auf die Trinkbecher. „Ich philosophiere gerne, ich male gerne und ich trinke gerne Kaffee. Als Hausfrau bin ich der Meinung, dass jede Philosophie nur so gut ist, wie sie im Alltag auch nützlich ist.“